{"id":623,"date":"2022-12-09T11:21:22","date_gmt":"2022-12-09T09:21:22","guid":{"rendered":"https:\/\/openhemp.com\/?p=623"},"modified":"2022-12-09T11:57:00","modified_gmt":"2022-12-09T09:57:00","slug":"cannabis-in-der-schmerzmedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/openhemp.com\/en\/news\/cannabis-in-der-schmerzmedizin\/","title":{"rendered":"Cannabis in der Schmerzmedizin"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1248px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-blend:overlay;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>01.12.2022<\/p>\n<p>In der Antike war Cannabis eines der am h\u00e4ufigsten benutzten Heilmittel. Es fand gegen eine Vielzahl von Beschwerden Verwendung und war in der Apotheke bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hinein f\u00fcr ebenso vielf\u00e4ltige Zwecke erh\u00e4ltlich. Es war \u00fcber lange Zeit ein Alltagsheilmittel, etwa mit dem Stellenwert von Aspirin vergleichbar, bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Krieg gegen den Hanf begann und dieser g\u00e4nzlich aus der Medizin verschwand.<\/p>\n<div class=\"entry-content no-share\">\n<\/br><\/p>\n<h3 class=\"content-inner\"><strong>Medizinische Qualit\u00e4t von Cannabis wiederentdeckt<\/strong><\/h3>\n<\/div>\n<p>Erst in den 1990er-Jahren begannen immer mehr US-Staaten die medizinischen Qualit\u00e4ten von Cannabis wiederzuentdecken. In Deutschland ist es seit 2017 mit einer Ausnahmegenehmigung f\u00fcr medizinische Zwecke verschreibbar. Einen besonders wichtigen Stellenwert, wenn es um die Lebensqualit\u00e4t von Patienten geht, nimmt Cannabis in der Schmerzbehandlung ein. Cannabinoide wie THC sind auf diesem Gebiet sehr interessant, da sie einen v\u00f6llig anderen Wirkungsmechanismus haben, als konventionelle Schmerzmittel wie Opiate oder nicht steroidale Antirheumatika (NSAR). Die letzten beiden Stoffgruppen sind die am h\u00e4ufigsten verwendeten Klassen von Schmerzmitteln in der heutigen Schulmedizin. Diese Medikamente sind bei den meisten Patienten wirksam, bringen jedoch erhebliche Risiken mit sich. Opiate f\u00fchren schnell zu einem starken Anstieg der Toleranz, was sie f\u00fcr eine Dauereinnahme nur als bedingt geeignet erscheinen l\u00e4sst und NSAR haben im Laufe der Zeit oft erhebliche k\u00f6rperliche Nebenwirkungen, wie Leber- und Nierensch\u00e4den.<\/p>\n<p>Dazu kommt noch das Problem, dass diese Medikamente allein bei einigen Patienten nicht ausreichend sind, um Schmerzfreiheit zu gew\u00e4hrleisten. Deswegen geriet in den vergangenen Jahren Cannabis wieder zunehmend in den Fokus der Forschung. So auch als m\u00f6gliches Mittel zur Schmerzbehandlung, welches den Vorteil hat, dass keine gravierenden k\u00f6rperlichen Nebenwirkungen auftreten und auch der Toleranzanstieg bei Weitem nicht so stark ausgepr\u00e4gt ist. Tats\u00e4chlich zeigt die aktuelle Datenlage, dass es einige Typen von Schmerzen gibt, gegen die Cannabis extrem effektiv ist und konventionellen Schmerzmitteln aus der Schulmedizin in nichts nachsteht. Besonders zu erw\u00e4hnen sind an dieser Stelle\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/wissenschaft\/studien\/studie-weist-potenzial-von-cbd-bei-chronischen-schmerzen-nach\/\" data-wpel-link=\"internal\">neuropathische Schmerzen<\/a>. Das sind Schmerzen, die auftreten, wenn der K\u00f6rper infolge einer Autoimmunreaktion die Nervenbahnen angreift. Dies ist zum Beispiel bei Multiple Sklerose oder Diabetes der Fall, aber auch bei manchen Krebserkrankungen.<br \/>\n<\/br><\/p>\n<h3><strong>Wirkungsprinzip von Cannabinoiden in der Schmerzlinderung<\/strong><\/h3>\n<p>Bei Besch\u00e4digungen von Nervenbahnen werden k\u00f6rpereigene Cannabinoide ausgesch\u00fcttet, um die Reizweiterleitung von Schmerz zu hemmen. K\u00f6rpereigene Cannabinoide mit diesem Wirkungsprinzip sind Arachidons\u00e4urederivate, die am CB1-Rezeptor wirken. H\u00e4ufig reicht die modulierende Wirkung am CB1-Rezeptor nicht aus, um die Schmerzweiterleitung zu unterbinden, was dazu f\u00fchrt, dass der Patient dennoch Schmerzen versp\u00fcrt. THC wirkt ebenfalls am CB1-Rezeptor und kann auf diese Weise die eben angesprochene modulierende Wirkung erh\u00f6hen, was zu einer signifikanten Schmerzreduktion f\u00fchrt. Aus diesem Wirkungsmechanismus ist ersichtlich, warum THC insbesondere bei neuropathischen Schmerzen wirksam ist. CBD allein spielt eine eher untergeordnete Rolle in der Behandlung neuropathischer Schmerzen. Zwar hat CBD eine neuroprotektive Wirkung, jedoch ist in der Behandlung neuropathischer Schmerzen immer auch THC als eigentlich wirksames Cannabinoid beteiligt.<\/p>\n<p>Eine weitere Anwendungsm\u00f6glichkeit in der Schmerzbehandlung, in welcher die Wirksamkeit von Cannabis als gesichert gilt, sind Spastiken.<br \/>\nAls Spastiken bezeichnet man eine krankhafte, dauerhafte und starke Erh\u00f6hung des Muskeltonus, welcher zu erheblichen Schmerzen f\u00fchren kann.<br \/>\nSpastiken treten h\u00e4ufig als Symptom bei Erkrankungen oder Sch\u00e4digungen des zentralen Nervensystems auf. Da der CB1-Rezeptor, auf welchen THC agonistisch wirkt, auch an der motorischen Reizweiterleitung beteiligt ist, ist THC ein effektives Mittel, um die motorische Reizweiterleitung zu modulieren und auf diese Weise Spastiken und die damit verbundenen Schmerzen zu lindern. Bei Spastiken bekommt auch CBD aufgrund seiner krampfl\u00f6senden Eigenschaften in der Muskulatur<br \/>\neine nicht zu verachtende Bedeutung. In der Regel werden bei Spastiken Kombinationspr\u00e4parate aus THC und CBD verwendet.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\">\n<\/div><div class=\"fusion-image-element\" style=\"text-align:center;--awb-max-width:400px;--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\"fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.hanf-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Cannabis-in-der-Schmerzmedizin_1.webp\" alt class=\"img-responsive\"\/><\/span><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-2\"><\/figure>\n<p><\/br><\/p>\n<h3><strong>Aktuelle Studienlage<\/strong><\/h3>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Studien an 800 Patienten aus dem Jahr 2019 zeigt eindeutig das Potenzial von Cannabis bei neuropathischen Schmerzen. In dieser Studie wurde den Patienten das Medikament Nabiximols f\u00fcr 12 Wochen als Erg\u00e4nzung zu ihrer bestehenden Medikation verabreicht. Bei Nabiximols handelt es sich um ein standardisiertes Pr\u00e4parat, welches mittels CO\u2082-Extraktion aus Hanfbl\u00fcten gewonnen wird und sowohl THC als auch CBD in definierter Konzentration enth\u00e4lt. Nabiximols wird als Mundspray verabreicht, da die Bioverf\u00fcgbarkeit von THC sublingual sehr hoch ist. Nach diesen 12 Wochen erreichten 76\u00a0% der Patienten eine signifikante Reduktion der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/hanfmedizin-bei-erkrankungen\/medizinalhanf-und-rueckenschmerzen\/\" data-wpel-link=\"internal\">Schmerzen<\/a>, bei gleichzeitig optimaler Vertr\u00e4glichkeit.<\/p>\n<p>Eine der aussagekr\u00e4ftigsten Studien zur Behandlung von spastischen Schmerzen mittels Cannabis stammt aus Spanien und wurde an 50 Patienten durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie Patienten inhalierten 5x t\u00e4glich ein Gemisch aus THC und CBD, was dazu f\u00fchrte, dass bei 80\u00a0% der Patienten eine signifikante Reduktion der Beschwerden eintrat und somit die Kombination aus THC und CBD als Alternative zu bisherigen Behandlungsans\u00e4tzen in der Schulmedizin angesehen wurde, insbesondere wenn die Patienten als behandlungsresistent galten.<br \/>\n<\/br><\/p>\n<h3><strong>M\u00f6gliche Nebenwirkungen<\/strong><\/h3>\n<p>Cannabis als Schmerzmittel wird von den meisten Menschen ausgezeichnet vertragen und hat im Vergleich zu konventionellen Schmerzmitteln erheblich geringere Nebenwirkungen. Dennoch ist prim\u00e4r THC nicht ganz frei von Nebenwirkungen. Eine Kontraindikation f\u00fcr die Behandlung mit THC ist das Vorhandensein von Psychosen wie Schizophrenie. Dieses Krankheitsbild kann durch THC verst\u00e4rkt werden. Auch bei Angsterkrankungen ist THC mit Vorsicht zu genie\u00dfen, da Angst und Panik eine Nebenwirkung von THC sein kann, vornehmlich wenn Patienten \u00fcberm\u00e4\u00dfig empfindlich darauf reagieren. In einigen F\u00e4llen k\u00f6nnen Schwindel und Benommenheit auftreten. Speziell in der Anfangsphase, in der h\u00e4ufig eine Phase der Dosisfindung f\u00fcr die optimale Wirkung n\u00f6tig ist, kann die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/sichere-anwendung\/nebenwirkungen-von-cannabis\/\" data-wpel-link=\"internal\">psychoaktive Wirkung<\/a>\u00a0von THC in den Vordergrund r\u00fccken, welche in diesem Fall unerw\u00fcnscht ist. Jedoch tritt bei THC die schmerzlindernde Wirkung in vielen F\u00e4llen bereits in Dosen unterhalb der \u00fcblichen psychoaktiven Dosierung ein, sodass sich nach einer anf\u00e4nglichen Einstellungsphase die psychoaktive Wirkung weitgehend<br \/>\neliminieren l\u00e4sst.<br \/>\n<\/br><\/p>\n<h3><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n<p>Die Wirksamkeit von Cannabis ist bei einigen Arten von Schmerzen hervorragend, der Wirkungsmechanismus klar reproduzierbar und die Effektivit\u00e4t durch klinische Studien best\u00e4tigt. In diesen F\u00e4llen kann Cannabis sogar eine vollwertige und nebenwirkungs\u00e4rmere Alternative zu konventionellen Schmerzmitteln darstellen.<br \/>\nAbseits von den genannten m\u00f6glichen Einsatzgebieten von Cannabis in der Schmerzbehandlung, ist das Empfinden von Schmerz stets eine subjektive Empfindung, weshalb es weitere Anwendungsm\u00f6glichkeiten geben kann, die in ihrem genauen Wirkungsmechanismus nicht transparent reproduzierbar sind. Es gibt etwa Berichte dar\u00fcber, dass CBD gegen Kopfschmerzen hilft und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/cannabinoide\/cbd-in-der-medizin\/cbd-wirksam-gegen-migraene\/\" data-wpel-link=\"internal\">Migr\u00e4neattacken<\/a>\u00a0vorbeugen kann. Jedoch sind Kopfschmerzen ein Symptom mit sehr vielschichtigen Ursachen. Aussagekr\u00e4ftige Studien zu diesem und weiteren Anwendungsgebieten fehlen aktuell noch.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/cannabismedizin-allgemein\/cannabis-in-der-schmerzmedizin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/cannabismedizin-allgemein\/cannabis-in-der-schmerzmedizin\/<\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":627,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-623","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=623"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":648,"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/623\/revisions\/648"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/openhemp.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}